Usingen blickt auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurück. Der Ort entstand vermutlich in fränkischer Zeit als befestigter Rastplatz an einer alten Straßenkreuzung und wurde 802 erstmals im Kloster Fulda urkundlich erwähnt.
Vom mittelalterlichen Weberstädtchen zur Residenzstadt
- 1207 gelangte Usingen als Vorort des Usinger Landes in den Besitz der Grafen von Diez.
- Ab 1326 übernahmen die Grafen von Nassau das Gebiet zunächst pfandweise, 1405 endgültig.
- Eine nassauische Burg – am Standort der heutigen Christian-Wirth-Schule – sowie eine Stadtmauer mit fünf Toren schützten das mittelalterliche Städtchen.
- Im 14. Jahrhundert erhielt Usingen vermutlich die Stadtrechte.
Zwischen 1659 und 1744 wurde Usingen zur Residenzstadt ausgebaut. Die Grafen und später die Fürsten von Nassau-Usingen residierten im Schloss, das mit einem repräsentativen Garten erweitert wurde.
Prägende Persönlichkeiten
- Fürst Walrad von Nassau-Usingen (Regierungszeit ab 1659) war eine der bedeutendsten Figuren der Stadtgeschichte. Er war ein angesehener Feldherr und diente u. a. als Generalfeldmarschall der Niederlande unter Wilhelm III.
- Der berühmte Geiger August Wilhelmj, international als „Geigerkönig“ bekannt, wurde 1876 anlässlich seines letzten Konzerts in seiner Heimatstadt zum Ehrenbürger ernannt.
Schulstadt mit Tradition
Usingen ist seit der Reformationszeit ein bedeutender Schulstandort:
- Lateinschule bis 1817
- Lehrerseminar von 1851 bis 1926
- Christian-Wirth-Schule (Gymnasium) seit 1926 – heute ergänzt durch weitere Schulformen
Vom Amtssitz zur modernen Stadt
Usingen war bis 1886 Amtssitz und bis 1972 Kreisstadt. Trotz des Eisenbahnanschlusses von 1895 entwickelte sich keine nennenswerte Industrie. Im Zuge der Gebietsreform schlossen sich Usingen, Eschbach, Kransberg, Merzhausen, Michelbach, Wernborn und Wilhelmsdorf 1972 zur heutigen Stadt Usingen zusammen.
Die Buchfinkenstadt im Buchfinkenland
Usingen trägt den liebevollen Beinamen „Buchfinkenstadt“. Das 1938 von Dr. Theo Geisel verfasste Buchfinkenlied beschreibt Heimatgefühl, Nähe und Verbundenheit mit dem Usinger Land. Traditionen wie der Buchfinkenumzug an Fasching halten diesen Begriff bis heute lebendig.
